1999 Freiburg

Entwürfe: Frank Grave

Als nüchternes, kühles Stahlgebilde zeigt sich gewöhnlich auf Spielplätzen die Ein- und Ausgangsbarriere. Die Aufgabe, stattdessen eine „Torplastik“ aus Holz zu gestalten, war für mich als Bildhauer und Gestalter eine besondere Herausforderung. Zudem bietet dieser Spielplatz Kindern wie auch Erwachsenen einen besonderen Raum, der in nichts der unmittelbaren städtischen Umgebung gleicht. Es ist ein Raum, der anders ist, doch statt auszugrenzen eher eingrenzt als „Hülle“ für spielerische Phantasie und menschliche Begegnung.

Einen Eingang stellt die erste Begegnung mit der neuen Situation dar, sozusagen eine Begrüßung, andererseits aber auch das Hinausgehen, den Abschied aus diesem Raum und die Verbindung zu einem anderen. Die gewöhnliche Stahlkonstruktion zeigt sich starr gegenüber dem, was hier an diesem Ort lebt. Sie ist nur Barriere, Hindernis und damit allein für die Funktion geschaffen, den Kindern das freie Hinauslaufen auf die Straße zu erschweren.

In der Arbeit am Modell der Torplastik war es nicht leicht, die verschiedenen Aspekte des „Ortes“ mit aufzunehmen. Auch schien mir anfangs die Gestaltungsfreiheit durch den Katalog von TÜV Vorschriften und Normmaßen sehr eingeengt zu sein. Im Verlauf der Ausführung konnten schließlich Lösungen gefunden werden. Ein Modell ruft allerlei Vorstellungen wach, das Orginal Erlebnisse. Viele Details, zum Beispiel die Holz Verbindungen ergaben sich aus der unmittelbaren Anschauung wie auch durch Gespräche mit anderen Beteiligten – und selbst durch die freudige und spontane Mitarbeit der Kinder. Das war der künstlerische Anspruch:
Etwas zu schaffen, was für sich selber spricht, was Aufmerksamkeit erweckt für das Erlebnis des Hinein- wie Hinausgehens und ein Aufwacherlebnis ist nicht nur für einen pysischen (Barriere), sondern auch seelischen Ortswechsel. Angehalten und doch hereingenommen, darf man den „Geist des Ortes“ (Genus Loci) an dieser Stelle schon empfinden. Darin liegt auch der Grund für den spielerischen Umgang mit dem Holz; alles darf den Einduck erwecken als hätte es die Phantasie der Kinder selbst erschaffen. Zeitgemäße Gestaltung scheint mir die Frage nach Authentizität zu sein, nach dem lebendigen ineinandergreifen von Inhalt und Form, Wesen und Erscheinung wie es in der Natur überall gegeben ist!

 

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